2012/08/10

und keine eier...



ladies.
gents.

push up the volume, please.
and step back.

this is no children's birthday.



  








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2012/08/06

j'ai trouvé le métro. n'est pas un petit boulot...





hochsommer. die wetter ziehen mit verlässlicher gleichgültigkeit über die stadt. die menschen ihrerseits eilen hinterher und passen ihre freizeitbewaffnung dem jeweiligen stand der dinge an. die welt, so scheints, erschwert mit heimlichem vergnügen unsere glücksmaximierung.
diesbezüglich scheitert meine wenigkeit dieser tage noch weit kläglicher. seit einer woche fesselt mich eine sommergrippe an die innenseite meiner zimmerfensterscheibe. zeit zum zuschauen. und sinnieren.
von oben betrachtet nehmen wir menschen uns noch weit komischer aus.

ein bißchen orientierungslos lässt uns die natur zurück, wann immer sie uns auf unseren platz verweist. für einen moment nämlich fallen wir zurück in unseren urzustand umfassender haltlosigkeit in einer welt ohne bedeutung. in unseren 'natürlichen ort', dem wir uns tagtäglich routiniert entgegenstemmen in all unseren gedanken und gesprächen. das klingt tragischer als beabsichtigt. man lernt schließlich mit allem zu leben.
von unten betrachtet nämlich, solange man mitläuft, sieht die wirklichkeit meist sehr viel sinnvoller aus. und oft gefährlich unspektakulär.


ali farka touré - savane (2006)
radiohead - weird fishes/arpeggi (2007)
john lee hooker - this land is nobody's land (1966)
chris whitley - nature boy (2004)


die verwirrung, von der ali farka touré spricht, ist eigentlich eine andere, auf einer lebensbedrohlicheren ebene angesiedelte. seine suche nach sinn und seine hoffnung eine - vom hunger diktiert - handfestere. aber das zugrundeliegende problem, die unsicherheit darüber was ist, noch vor jener darüber, was sein soll, ist überall dieselbe. in westafrika wie in mitteleuropa.

'i crossed the desert and i was struck by how the savannah and the environment have been destroyed by drought. there’s no green, no grass, no trees. It’s such a shame. but when I travelled to other countries i couldn’t replace the savannah i knew. i had to find a way to express this.
what the west sends us is called “the fight against poverty”, though that is a word that should not be 
used. there is nowhere in the world where there aren’t poor people. but there is a difference because 
as well as being poor we are trapped in confusion.  if we keep killing each other, who will be left to 
develop and build our future? i am convinced that the answer can be found in work. if you work well it brings you rewards in life.'


i left my country and my louisianna 
but in other countries, good bye savannah 
i found the metro isn’t easy work 
but i am, i am a negro 

i left a friend and my louisianna 
but in other countries, good bye savannah 
instead of giving us bombs 
give us powered pumps  so that at least  
we can have what we need to live 
to have a better life, and knowledge and wisdom


die bilder oben stammen von daniel castañeda (2004).

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2012/07/18

go alone, my flower...


die spiele, die wir spielen, um uns heil durch die wundervollen haigewässer zu tanzen, welche die welt ausmachen. wir nehmen sie nur an menschen wahr, die scheinbar ganz anders sind als wir. aber wir sind alle stets auf der hut, geübt im unscheinbaren präventivangriff, in der niederschwelligen verteidigung, immer messer in den händen. der mensch ist das tier ohne klauen, ohne räubergebiss - er muss seine waffen erlernen. und was man lernt, muss man vergessen, um es blind zu beherrschen.

nur, es gibt momente, da solltest du die klingen einklappen - so oft wie möglich, in wahrheit. aber es ist nicht einfach die messer wegzulegen, wenn du nicht mehr weißt, dass du sie trägst.


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alt-j liefern bilder zu unseren pirouetten durch trübe gewässer und ein gedicht über die veränderung (das symbol des dreiecks), die es einem abverlangt, man selbst zu sein. scheinbar ohne die frage im nacken, wieviel zerstörung der aufbau benötigt, ohne die zweifel, ob die veränderung in die richtige richtung geht.


bite chunks out of me
you're a shark and i'm swimming
my heart still thumps as I bleed
and all your friends come sniffing.

triangles are my favourite shape
three points where two lines meet.
toe to toe, back to back,
let's go my love it's very late.
'til morning comes,
let's tessellate.

go alone my flower
and keep my whole lovely you.
wild green stones alone my lover
and keep us on my heart.

three guns and one goes off
 one's empty - one's not quick enough
one burn - one red - one grin
search the graves while the camera spins.
chunks of you will sink down to seals
blubber rich in mourning.
they'll nosh you up,
yes they'll nosh the love away,
but it's fair to say
you will still haunt me.

2012/06/30

the tragedy of king richard the third...






lege gerade das dünne, gelbe büchlein nieder, das zerknittert und verbogen die letzten wochen im staub meiner jackentasche verbracht hat. hebe den kopf aus dem gemetzel und dem wahnsinn von shakespeares 'richard III'. immer noch dabei, den schlachtenstaub aus meinen jeans zu klopfen...



4. akt, 4. szene - die königswitwe margareta über den neuen könig, richard III., der - für den thron - margaretas sippe nahezu zur gänze ausgerottet hat.

richard nur lebt, der hölle schwarzer spürer,
als mäkler aufbewahrt, der seelen kauft
und hin sie sendet: aber bald, ja bald
erfolgt sein kläglich, unbeklagtes ende.
die erde gähnt, die hölle brennt,
die teufel brüllen, heil'ge beten,
auf daß er schleunig werde weggerafft.
vernichte, lieber gott, ich fleh' dich an,
den pfandschein seines lebens, daß ich noch
dies wort erleben mag: der hund ist tot!

alea (feat. neffa) - ghetto (rmx, 2006)



5. akt, 3. szene - heinrich, herzog von richmond, gegner könig richards III und bei shakespeare rechtmäßiger erbe des thrones, allein im feldherrenzelt vor der entscheidungsschlacht bei bosworth in anrufung (seines) gottes:

o du, für dessen feldherrn ich mich achte,
sieh deine scharen an mit gnäd'gem blick!
reich' ihrer hand des grimms zermalmend eisen,
daß sie mit schwerern falle niederschmettern
die trotz'gen helme unsrer widersacher!
mach' uns zu dienern deiner züchtigung,
auf daß wir preisen dich in deinem sieg!
dir anbefehl' ich meine wache seele,
eh' ich der augen fenster schließe zu.
schlafend und wachend, schirme du mich stets!

jethro tull - hymn 43 (1971)



5. akt, 3. szene - richard ruft seine verbündeten zur schlacht. seltsam: shakespeare spricht richard III. die legitimität ab und doch ist es der infame richard, dem er die stärksten worte in den mund legt, und nicht etwa dem edlen heinrich von richmond. so ähnlich vielleicht wie dante jahrhunderte vor ihm, der auf seiner reise durchs jenseits den schlund der hölle in unendlich prächtigeren farben malt als die orte des heils und der erlösung - fegefeuer und paradies.

nun geht, ihr herrn, auf seinen posten jeder.
laßt plauderhafte träum' uns nicht erschrecken;
gewissen ist ein wort für feige nur,
zum einhalt für den starken erst erdacht:
uns ist die wehr gewissen, schwert gesetz.
rückt vor! dringt ein! recht in des wirrwarrs völle!
wo nicht zum himmel, hand in hand zur hölle!

[...]

horcht! ich höre ihre trommeln.
kämpft, englands edle! kämpft, beherzte sassen!
zieht, schützen, zieht die pfeile bis zum kopf!
spornt eure stolzen ross', und reit't im blut!
erschreckt das firmament mit lanzensplittern!

them crooked vultures - reptiles (2009)


...and ain't that nice! nicht dass der weg durch herrn shakespeares genealogisches gestrüpp auch nur um ein glühwürmchen lichter würde, aber schauen solche schaubilder mit ihrem versprechen von ordnung und einsicht nicht einfach toll aus?

2012/06/10

drive, part II: don't ask me, little rosa...

image: used with permission of ms. 'xerces. thank you!


eine handvoll songs, die einen genüsslich langen tag unterwegs auf den straßen nacherzählen. woher der gedanke kommt? da ist ein kribbeln hinter der stirn, voll sommerwind und ferne - wanderlust, endlich...

I
   jeder tag beginnt am frühen morgen und am beginn steht meist der anfang und da heben eiserne sonnenstrahlen die felder zu beiden seiten der straße - von hitze und trägheit des vortages gereinigt - aus dem dunkel. geben dem asphalt seine tagesfarbe.
II
   eine farbe aus hunderten grautönen, genarbt und geduldig. ein untergrund, der die tausendfache absicht ertragen muss, einfach nur hinter sich gebracht zu werden - nur das ziel der reise ist von bedeutung, alles dazwischen nicht mehr als ein schnappschuss. französische atlantikluft drängt sich in deine reflexion. kilometer um kilometer schieben sich landschaften an den fenstern vorbei. rapsgelbe felder, tupfen von wäldern wandern über die hügel. derweil zerlegt der nervöse takt der leitplanken die aufmerksamkeit des fahrers in ihre grundbestandteile,
III
   bis der abend die dumbe vernichtung der distanzen in ein mildes licht taucht. für momente erstarrt der straßenlärm und macht raum frei für gedanken: geister erfüllen den wagen, kriechen die decke entlang, erwecken das schweigen zum leben - zwischen ihr am steuer und dir daneben.



I   japancakes - only shallow (2007)
II  killing joke - in cythera (2012)
III soulsavers - ghosts of you and me (2007)

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2012/06/05

go out and drive, part I...




'you have songs you want to put on when you drive. and then you have songs that make you want to go out and drive.'  tom barman, deus.




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2012/05/30

they got the steely dan t-shirt...









wolken, die ziellos über den himmel rollen wie billardkugeln in zeitlupe. sie schwellen an und lösen sich auf, als wäre die schaltzentrale ausgefallen, die ihre wege an gewöhnlichen tagen koordiniert. ideales schwindelwetter für ein posting über eine große abwesende: steely dan haben das album 'aja' 1977 veröffentlicht und damals eine menge leute beeindruckt. 35 jahre später gibt eine band aus toronto dem werk ein neues gewand. kühlende farben für einen sinnlichen körper.
wenn ich hier nicht das original in seiner 70er-jahre-ästhetik hochlade, sondern die zeitgeistige adaption, dann nicht weil oberflächlichkeit zur tugend erhoben werden oder derjenige, der das geschenk (neu) verpackt, höher geschätzt werden soll, als der, der es macht. nur, die 'aja' der darcys ist bezaubernd schön geworden. wer will, darf sich die platte zudem hier schenken lassen.*
update: nö, nimmer zu verschenken, aber zu kaufen auf gac

also, lautstärke aufdrehen. augen schließen. genießen.













the darcys - josie (2012)

rickie lee jones - show biz kids (2001)

the darcys - aja (2012)




now what about the steely dan t-shirt?

irgendwann zu beginn der 70er verschickten steely dan eine promo-platte für djs in begleitung eines t-shirts. das teil war rosa und trug allein die sinnige aufschrift 'steely dan t-shirt'. die damals im allgemeinen männlichen djs waren nicht allzu erfreut. das t-shirt jedenfalls war so rar, dass es bald zu einem sammlerstück wurde.
in ihrem song 'show biz kids' beziehen steely dan sich später darauf als das ultimative, hohle statussymbol: 'they got the house on the corner, with rug inside; they got the booze they need, all that money can buy; they got the shapely body, they got the steely dan t-shirt' (1973)
(thanx to azundris for this one)

* auf link oben klicken, dann einmal auf das rote dreieck rechts und email-adresse eingeben.

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2012/05/21

but who's ever been free in this world...




zebulon.
ein beiname baals - phönikischer wettergott, wolkenreiter. im biblischen israel trugen ihn die menschen. seine bedeutung dort ist unklar. er mag 'geschenk' bedeutet haben, eine zweite möglichkeit ist 'ehre', 'opfer' eine dritte.
aber vielleicht ist es möglich, dass alle bedeutungen in einer person zusammenfallen.
ist es nicht das, was rufus wainwrights sanfte wellen auf dem piano sagen wollen? rücksichtslos ansteigend. fallend, in gedanken verloren.


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where you been, zebulon?
what you doin' in this song?
skating on the ice of song, about to go under


my mother's in hospital, my sister's at the opera
i'm in love, but let's not talk about it
there's so much to tell you


i believe in freedom
freedom's apparently all I need
but who's ever been free in this world?
who has never had to bleed in this world?


all I need are your eyes
your nose was always too big for your face
still, it made you look kinda sexy
more like someone who belongs in the human race


where you been, zebulon?
let's meet up, why not tonight?
in the lane behind the schoolyard
and we'll have some tea and ice cream




für di, afn berg oubn. zun inschlofn...

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2012/05/06

the individualism of...







gil evans.
arranger. composer. pianist.



beware.




gil evans - spoonful (1964)



image: eric lafforgue, karo boy with flowers, ethiopia.