2012/03/25

breakthrough...





ja, weiß auch nicht so genau was das jetzt soll. ein post nur mit jazz-schlagzeuger_innen. im grunde dasselbe wie zu sagen: bitte schaut nie wieder auf diesen blog, offensichtlich poste ich hier eh nur selbstverliebt vor mich hin und beschäftige mich wie eben jetzt mit schlagzeugern in einer musikrichtung, mit der ich schon für sich genommen den größeren teil meines freundeskreises in alle windrichtungen verjagen könnte.

nur, ich kann mir nicht helfen. was hier passiert, ist einfach eine reine freude. drei junge schlagzeuger, die sich hinter ihr instrument setzen, als würden sie das mikrophon im mittelpunkt der bühne in die hand nehmen. den scheinwerferkegel im dunkel an sich bannend, keine zeit noch einmal den krawattenknopf zu überprüfen. mit einer majestätischen autorität und durchdringender persönlichkeit, ganz so als ob die drums nicht eigentlich dazu erfunden worden wären, unauffällig aber verlässlich den tanzrhythmus der musik zu akzentuieren. drei verschiedene handschriften beschreiben dieses ewig dienende instrument. in ungestümer brillanz kim thompson. verspielt, hypnotisch, konzentriert allison miller. mit epischem atem brian blade.


tia fuller - breakthrough (2007)
allison miller - intermission (2010)
brian blade fellowship - steadfast (2000)

im übrigen: group leaderin tia fuller, die drummerin kim thompson beschäftigt, spielt sax. die grandiose pianistin bei allison miller heißt myra melford. die göttliche - wiederhole: göttliche - gesangsstimme in brian blade's 'steadfast' gehört joni mitchell, daniel lanois zeichnet für die elegant-rauhen gitarren verantwortlich.


images: kim thompson, allison miller, brian blade. der letzte link führt zu einer schönen fotoserie von jeremy m. lange, by the way.

2012/03/19

when we're backed in to a corner...


great piece of politics by mr. ben paul balance-drew. or is it just music? it certainly is gonna mess with your head. if what's inside there is still alive.
remembering bitterly what happened in london this summer (the looting, the burning) the song talks about what is behind these events. a society that is consumerist and superficial on one hand, and classist and socially racist on the other. in the interview below the intelligent and politically conscious musician explains how these kids "made life ten times harder for themselves" because "they just played in the hands of what certain sectors were thinking about them", remembering that what in england is commonly acceptable to be stated about the underclass is not simply stereotypical but plainly racist, because it strips the poor of their individuality and their humanity while at the same time hiding what keeps these people where they are, i.e. at the bottom: a constant and momentous vilification by the majority of the society, an education that doesn't provide the means to grab the fewer opportunities in this social stratum and a socioeconomic system that always has lived with social inequality as it's byproduct and is increasingly doing so since the 80s. ever tried to compare this with how french society looks at the banlieus, what germans think about people who are on welfare and get the so called 'hartzIV' benefits or what austrians mean when they use the word 'prolo'? not too far from the british chav, drew's refering to at 0:19 in the music video (1:50 in the interview), i'd say. the difference lies only in the level of inequality and antagonism, not in the dynamic or structure of social relations.
adressing the english middle class drew says: "just because you were lucky enough to be born into a family that can afford to give you an education doesn't make you better, it just makes you lucky." on the other side (or the under side): "why were there so many of them who don't care about getting a criminal record? why is that?" it's because they think "i'll never change the way you think about me, so i'm actually gonna play up to it."
we're only animals in the end: "when we're backed in to a corner we lash out."


2012/03/16

my machines sing songs for you to live for...




goddamn. was passiert hier bloß? ein hochoktaniges, gefräßiges stück musik, das über einen unwahrscheinlichen ort hereinbricht und das leben eines in sich aufnimmt, der nicht recht weiß, wie er zu diesem glück kommt, es weichkaut und es - seiner lichteren seiten beraubt - wieder ausspuckt. das erschreckende überbleibsel schüttelt und beutelt seinen besitzer mit geballter kraft, während der arme versucht, seine sieben sachen beieinanderzuhalten. die stiegen rauf, die stiegen runter, wo die übrigen menschen ansonsten einen moment lang in ruhe innehalten, um dann auf der nächsten kaufhausebene weiterzumarschieren, zu diesem oder jenem geschäft. hastig und gedankenversunken.
gary numan steht daneben. kommentiert teilnahmslos. leicht genervt. ein mann der industrie. über dreißig jahre arbeit am fließband. konzentriert sich aufs wesentliche und schreibt den menschen den soundtrack zu ihrem leben auf den leib.
jeder hat seine aufgabe hier. wie beruhigend.

2012/03/11

why do you have to do this?







schon eine weile her, dass ich über diese neuen bilder von mrs. incl. mr. parkeharrison gestolpert bin. wenig später dann über eine sehr schöne szene bei büchner (unten). geistesverwandt, so scheints.
tatsächlich sollte sich die natur glücklich schätzen ob des unübersehbaren und ehrlichen interesses, das der mensch in seinem herzen für sie hegt. nicht?




'Valerio (Er legt sich ins Gras.): Ich werde mich indessen in das Gras legen und meine Nase oben zwischen den Halmen herausblühen lassen und romantische Empfindungen beziehen, wenn die Bienen und Schmetterlinge sich darauf wiegen, wie auf einer Rose.
Leonce: Aber Bester, schnaufen Sie nicht so stark, oder die Bienen und Schmetterlinge müssen verhungern über den ungeheuren Prisen, die Sie aus den Blumen ziehen.
Valerio: Ach Herr, was ich ein Gefühl für die Natur habe! Das Gras steht so schön, daß man ein Ochs sein möchte, um es fressen zu können, und dann wieder ein Mensch, um den Ochsen zu fressen, der solches Gras gefressen.
Leonce: Unglücklicher, Sie scheinen auch an Idealen zu laboriren.'
Georg Büchner, Leonce und Lena (1836)




dr. john - babylon (1970)

willy deville - it's so easy (2007)

ronnie spector - hey sah lo ney (2006)

captain beefheart and his magic band - ant man bee (1968)


images: stolen summer, golden ash, spring arm by robert & shana parkeharrison.

(brot)boxenstop nach einem jahr...

meine brotkiste hier hat tatsächlich die jahresmarke überschritten (vor zwei monaten!) und existiert also noch. allerdings scheint's dem bäcker immer häufiger als pfeife er aus dem letzten loch. entsprechend spärlich sind die neuzugänge hier geworden. außerdem kämpft er seit monaten mit seinem mp3-upload-dienst (zippyshare), bei dem inzwischen nicht mehr gesteuert werden kann, ob und wie lange songs zum download bereit stehen, was ihm, dem bröseldompteur, nicht ganz geheuer ist. aus diesem grund gab es in letzter zeit va. videos und seltener (und nur mit bauchschmerzen) mp3s.
das projekt 'landesbeitrag' (zur materiellen unterstützung unserer bilingualen betätigung auf diesem blog durch das südtirol) muss inzwischen als gescheitert betrachtet werden, da dem brotkistenbetreiber auch bezüglich zweisprachigkeit der saft ausgegangen ist. ansuchen könnte er nun vielleicht noch, wenn es gelänge, die schulrelevanz der bröselmanufaktur zu belegen, denn die schule, als jungbrunnen und wegweiser der nation, hat in südtirol strikt einsprachig zu sein, damit die sprachgruppen nicht etwa gemeinsamkeiten entdecken oder zusammen entwickeln können, woran tatsächlich niemandem gelegen sein kann. gerade diese einfältige einfärbigkeit nämlich gelingt inzwischen ja auch auf diesem blog schon recht gut.
trotz dieser bedauernswerten entwicklungen möchte der betreiber hiermit einen herzlichen gruß an seine lieben (und etwas stummen) leser aussenden.
in erwartung entweder eines motivationsschubes oder aber des gnadenschusses verbleibt euch gewogen,
der hausherr, bäcker, brotbestreicher des hauses


mi devo scusare con gli eventuali lettori di madrelingua italiana. siccome mi stavo stancando un po', scrivendo giá da piú di un anno su queste pagine, circa due mesi fa mi sono tolto un peso, cioé quello di tradurre ogni posting in italiano. meno testo, meno lavoro. anche se il risultato non mi piace tanto. perché cosí, all'apparenza, questo blog si sta trasformando via via in un qualcosa sempre piú tipicamente altoatesino, e perció monolingue. l'altoatesino ovvero sudtirolese se non é per legge obligato al bilinguismo evita quanto puó - e nella scuola paradossalmente ci viene pure sostenuto dalla legge - la lingua e con essa il mondo degli "altri". gli manca in generale una virtú dei bambini, cioé la curiositá, ma possiede un loro difetto, l'egocentrismo. non mi piace perció il club nel quale mi ritrovo cosí, inaspettatamente.
saluto cordialissimamente chi mi ha seguito fin qua e chi lo fará anche in un futuro piú monocolore ma nondimeno vivace.
il proprietario della bottega.

2012/03/07

we pushed our fingers down in the soil...



hm, das video ist wohl für holzwürmer gedacht, geistesverwirrte - oder doch für architekturstudenten? man weiß es nicht. wie dem auch sei, es soll daran nicht scheitern. im falle akuten unbehagens angesichts solcher mengen von gelati-farben und schrägen winkeln einfach die augen schließen und diese kleine pop-perle genießen. bis sie der nächste luftzug über den tischrand rollt und...
nicht danach suchen.
.

2012/02/15

do you remember the scars i showed you...




wir sind alle könig in unserem reich. solange unsere lakaien wollen, unsere minister und mätressen, die musikanten, die tänzer, die uns bei laune halten. könige, solange wir ihnen glauben können, solange wir uns selbst glauben und in seligem vertrauen an der spitze unseres bunten hofstaats stehen.
sollte uns diese sicherheit hingegen jemals verloren gehen - scheint ane brun zu sagen - , dann werden unsere helfer und helfershelfer uns zu grabe tragen. sie werden den vorhang noch einmal öffnen und wir werden wahrscheinlich noch einmal lächeln.
ane bruns version dieser geschichte ist kalt und erschreckend. ich sehne mich nach dem sicheren wissen, dass sie irrt. dass sie bloß den versöhnlicheren teil der fabel ausgelassen hat. fahrlässigerweise, im eifer des erzählens vielleicht.
denn all die kinderzimmerschönheit, die sie herbeizaubert, reicht nicht, einen wieder zu wärmen.

2012/02/08

with sunburned lips i can biiiiiiiitch...


nicht mehr ganz neu, aber wen kümmert's. ms hersh strickt dissonanzen, dass sich die balken biegen. spannt sie ohne eine miene zu verziehen von zylinder zu zylinder, nur um ihren motor dann mit aller kraft aufheulen zu lassen. all dies in ein elegantes schwarz-weiß getaucht. sehr hübsch. we are very glad to offer you this joyful punch in your nose.


mit besten grüßen
t



mehr davon gibt's hier.

2012/02/02

fill me up, pour me out...



stiller song, der wächst und wächst, mit jedem mal. und wenn man genau hinsieht, findet man kein gitarrenlick, keine linie der bläser, keine geste dieser stimme, die nicht genau daran arbeiten würden: zu atmen, die augen einen spalt weiter zu öffnen, zu wachsen. um aufgerichtet in ruhe eine geschichte zu erzählen, ein bitteres gefühl einzufangen.


speak clearly he said, but didn't see
he acted that way and held me like a cup


die verschwenderische flut von bildern und geschichten dazu ist erstaunlich. die arbeit von regisseur martin de thurah, so feist, sucht nach 'the little, tiny wars people experience in between the big dramas ... all the quiet internal battles that guide our actions, all the hopes and struggles we suppress or let carry us away. i feel like he's made a sort of symphony of in betweens and stretched split seconds into feel-able, graspable echoes.'
so? don't know. maybe just open your heart.
be careful.

2012/01/27

baby, do you like the sound?







2002. prince setzt sich allein ans piano und zaubert. ohne großen schnickschnack, ohne sein heer von wasserträgern. die mikrophone sind an. ein paar overdubs hie und da. sparsam, um die klaren farben nicht zu trüben.
das album, das damals entsteht, kommt nie in die plattenläden. wer wollte, würde es trotzdem finden.
und eine ruhige stimme hören: 'do you like it fast? or do you like it slow?'



                                  one alone

prince - one nite alone (2002)

prince - have a heart (2002)



nur, ist es vertretbar, von prince zu reden, ohne für einen moment auch seine stampfende, hochgezüchtete funkmaschinerie anzuwerfen? nicht wirklich, oder?



                                   amplified

prince - 3121 (2006)

prince - sexy m.f. (1992)

prince - when will we be paid? (2000)


moving pictures



image: black sweat video (2006)