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2013/01/12

the saints...



elliott smith, allein mit gitarre 1998 im largo, los angeles.

william carradine, 1957, natchez mississippi.  carradine ist besser bekannt unter dem namen 'cat iron'. blues fan und self made historiker fred ramsey, von dem auch die aufnahme stammt, hat seinen nachnamen missverstanden - black vs. oxford... wie einige andere weiße amerikanische jugendliche auch machte dieser sich in den 50ern auf den weg in den süden. wahrscheinlich auf der suche nach vaterfiguren, besseren als denen, die seine behütete geburt ihm bot. das verständnis zwischen schwarzen musikern und weißen 'entdeckern' stieß nicht nur auf sprachliche barrieren.

das foto oben habe ich beim abspeichern nicht beschriftet. weiß nicht mehr wo ich es gestohlen habe. das tut mir leid.

mein blog wird etwas spartanischer werden in zukunft. die texte systematisch flapsiger. habe 90% der musik der alten postings verloren und das wetter ist viel zu bezaubernd und die echte welt vergleichsweise eben zu echt, als dass es vertretbar wäre, an irgendeinem anderen ort und zu einem anderen zeitpunkt zu schreiben als in jener stunde zugfahrt zwischen brixen und innsbruck.
enjoy. if you can.

elliott smith - clementine (live, 1998)
william carradine - when the saints go marchin' in (1957)

2012/04/13

an afternoon's late night dream...


falling for this heavy thumping beat, these sparkling lights... ein verlangen in diesem pulsierenden, dicht verwobenen teppich aus rauch und farbe, rauschen und dröhnen aufzugehen. in seinem gewebe zu verschwinden, in ihm auszuruhen wie in einem gutartigen traum.
für jene, denen die träume wohlgesonnen sind dieser tage. und für die anderen. dass sie das vertrauen nicht verlernen. es ist nur eine frage der zeit...

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2011/11/20

goin' down...






stephen mallon, next stop atlantic, 2008.



ein paar meilen vor new york werden jährlich tonnenschwere schatten menschlicher zivilisation im meer versenkt. zwei wochen lang werden die ausrangierten straßenbahnwaggons auf containerschiffe geladen. waggone, die abertausend gespräche mitgehört haben, millionen von unausgesprochenen gedanken gespürt, unzählige fragmente von lebensgeschichten registriert, die die dauer einer fahrt in der straßenbahn aus dem zusammenhang ihrer biographien gehoben hat. dann, draußen auf hoher see, vom schiff gekippt, schlagen die stummen ungetüme laut auf dem wasser auf und sinken langsam auf den meeresgrund. dort sollen sie irgendwann eine neue welt beherbergen. bewohnt von korallen und krebsen, von wendigen schwärmen silbrig glänzender pfeile und tapsigem getier mit langen fühlern. um wieder stumme zeugen zu sein. erfüllt von wummrigem hall und trägem licht. den bauch voller leben. ein weiteres mal.


alcune miglia davanti a new york anno per anno delle gravose ombre della civilizzazione umana vengono affondate nel mare. servono due settimane per caricare i vagoni della metropolitana sulle navi. vagoni che hanno ascoltato migliaia di conversazioni, milioni di pensieri muti, hanno registrato frammenti biografici senza numero, levati dal loro contesto per la durata di una corsa. spinti dalla nave di trasporto  sbattono con rumore sull'acqua per poi affondare lentamente. sul fondo marino col tempo alloggeranno un nuovo mondo. abitato da coralli e gamberi, da vispi banchi di frecce splendenti e da bestie impacciate con antenne lunghissime. circondati da echi cupi e luci inerti. allora saranno di nuovo testimoni muti, con le pance piene di vita.



los lobos - jupiter or the moon (2010)


corin tucker band - 1,000 years (2010)


fugazi - recap modotti (1998)


sonic youth - do you believe in rapture? (2006)




ich hoffe der lobos-track ist nicht zu klar und warm für diese leicht unterkühlte liste. ich stelle mir vor, wie sein souliger sound dem sonnigen tageslicht gleich die wasseroberfläche durchbricht, wie er langsam abtaucht und sich in der tiefe zwischen unbestimmten geräuschen und gebrochen schwarzer leere zusehends verliert. auch der sonic youth-song zum schluss ist eigen. wie eingegraben im schlamm des meeresgrundes, der sofort begonnen hat, den boden der waggone zu fluten. unmerklich, aber geduldig. hie und da momente der klarheit: das überraschende gewahrwerden der eigenen situation - verwunderung, angst, unruhe. die suche nach einer neuen bestimmung.



images: stephen mallon