2016/01/31

remember your first love...






die beständige metamorphose einer skulptur aus bass, schlagzeug und gitarre. eine selbstverliebte bewegung, zugleich schlafwandlerisch sicher. jessica dobson prägt ihr eine klare vision ein. in dicken, schwarzen lettern. rot-weißer dunst. unerschütterlich hinter jedem einzelnen buchstaben die unerschütterlich stampfende arbeit einer massiven basslinie.



die bandcamp-seite der tiefseetaucher.

2015/12/22

pueden?

eine analyse des wahlergebnisses von raul zelik:
"Institutionalisierung von PODEMOS oder Rückkehr der Demokratisierungsbewegungen?"


"PODEMOS war 2014 angetreten, die mit den Platzbesetzungen der 15-Bewegung sichtbar gewordene Hegemoniekrise in einen politischen Bruch zu übersetzen. Das erklärte Ziel lautete, die Regierung zu stellen, um gemeinsam mit Syriza in Griechenland einen Anti-Austeritätskurs in Europa stark machen zu können. Doch ob dieses Projekt in dieser Form aufrecht erhalten werden kann, ist einigermaßen zweifelhaft. (...) Durchaus vorstellbar ist, dass PODEMOS mittelfristig die PSOE beerben und zur Demobilisierung der sozialen Bewegungen beitragen wird."


"Ob Ciudadanosdie Züge einer „geklonten“ Partei tragen, sich nun dauerhaft in der Parteienlandschaft etablieren werden können, ist nach dem enttäuschenden Wahlergebnis zweifelhaft. Anders als bei PODEMOS ist die Gründung von CIUDADANOS nicht von einem gesellschaftlichen Mobilisierungsprozess in der Bevölkerung getragen worden."

"Der Erfolg von PODEMOS ist für IU auch deshalb lebensbedrohlich, weil das spanische Wahlsystem kleine Parteien extrem benachteiligt. Vor diesem Hintergrund haben am Sonntag offensichtlich viele Linke taktisch gewählt. Das ist insofern bedauerlich, als IU sich bei diesen Wahlen sehr geläutert zeigte und eindeutiger die Positionen gesellschaftlicher Protestbewegungen verteidigte als PODEMOS."


"PODEMOS trat im Baskenland mit einem sehr sozialdemokratischen Profil auf und wuchs vor allem Kosten von EH BILDU, die bei den letzten Wahlen noch auf fast 25% gekommen war und im Wahlkampf offen für sozialistische und feministische Positionen warb."

"Nach dem unklaren Ergebnis werden die Wirtschaftsverbände, Medienkonzerne und europäischen Regierungen PP und PSOE mit Sicherheit zur Bildung einer Großen Koalition drängen. Für die spanische Sozialdemokratie, die den Zerfall der griechischen PASOK vor Augen hat, birgt dieser Weg allerdings unkalkulierbare Gefahren. Deswegen ist durchaus wahrscheinlich, dass schon in wenigen Monaten erneut gewählt werden muss."





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2015/12/01

klima und flucht...





"Den Klimawandel wird die Überforderung in Europa nicht beeindrucken. Seit Jahren bestehen Vorhersagen über wachsende Wüsten, untergehende Inselstaaten und zunehmende Wetterkatastrophen. In manchen Fällen werden diese auf den Klimawandel zurückzuführenden Veränderungen selbst zur Ursache von Flucht oder notwendiger Migration. In anderen Fällen verursachen oder verstärken die Ereignisse gewaltsame Konflikte, die wiederum Menschen zur Flucht zwingen. Die Auswirkungen des Klimawandels werden in den kommenden Jahren also mittelbar oder unmittelbar zu Fluchtbewegungen beitragen – daran ändert selbst ein verbesserter Klimaschutz nichts mehr. Dabei erscheint die in den letzten Wochen vielbeschworene „Bekämpfung von Fluchtursachen“ vor diesem Hintergrund leicht als Fassadenäußerung. Für die Klimaveränderungen, die überdurchschnittlich stark Regionen des Globalen Südens treffen, tragen allen voran die industrialisierten Staaten die Verantwortung."

"Doch finanzielle Unterstützung wird nicht verhindern, dass aus den Klimaveränderungen auch größere Flucht- und Migrationsbewegungen entstehen. In ihrem Beitrag plädierte Helene Ragheboom daher für ein internationales Abkommen sui generis, also einen Vertrag, der spezifisch die Zusammenhänge von Klimawandel und Zwangsmigration in den Mittelpunkt stellt. Dadurch würden bestimmte Maßnahmen und Richtwerte festgesetzt werden, an die sich Staaten halten müssten."

mehr über den zusammenhang von   k l i m a   u n d   f l u c h t  - hier.

2015/11/23

you will listen...





the man on the cover is beginning to show his years. and his blonde hair is not that blonde anymore, actually. he's been in the business for some years, making music that was only slightly more tempted by the time surrounding it than the one he is making now. have a look at his 'muttonbirds' for a rewarding example.

now everything is a bit calmer, a bit more traditional if you want. but revealing a purer idea of beauty. try the first track of the album to get an impression of what i mean. mcglashan set nr. 2 as default, but i know better.

and get the album via bandcamp if you like it. one of the few places on the net, where artists get something for their work. bandcamp also supports streaming, btw.

2015/11/17

guitar...



 

ivan julian. great guitarist that started some fires for richard hell on his classic 'blank generation'. you got him on the clash's 'sandinista', too.
love his chaotic-organic solos, the nervous sound of it all - don't know wether to call it thick or hollow, that's an achievement by itself, i guess.
pick up the album of the same name if you see it somewhere.
should have made some waves in 2011.
the world's unjust.

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2015/10/28

inside podemos...

podemos wankt. das weitestgehende scheitern des griechischen neubeginns hat seine spuren in den spaniern hinterlassen.
und doch passiert europaweit kaum so etwas faszinierendes wie in spanien mit podemos. der text von brais fernandez, den malmoe übersetzt hat, ist ein halbes jahr alt und weiß noch nichts von den jüngsten schwierigkeiten der bewegung/partei. lesenswert ist er trotzdem...




neue wege...

"...es kristallisierten sich zwei strategische Vorgehensweisen heraus. Die eine, die das „politisierende“ Potenzial der Wahlen anerkennt und die Wichtigkeit, institutionelle Räume zu erobern, setzt auf die Schaffung eines Projekts, das im Alltagsleben der arbeitenden gesellschaftlichen Mehrheit verwurzelt ist, in den Kämpfen und physischen Räumen, die diese Mehrheit teilt. Sie setzt auf die gemeinschaftliche Selbst-Organisation von unten (das ist die Option, die von der Antikapitalistischen Linken unterstützt wird). Die andere Strategie geht davon aus, dass dies nicht unbedingt parallel geschehen muss, sondern einem sofortigen Wahlsieg bei den Parlamentswahlen untergeordnet werden muss (deshalb zogen die Vertreter_innen dieser Strategie, angeführt von Pablo Iglesias, der Führungsfigur von Podemos, in Erwägung, bei den Kommunalwahlen nicht anzutreten). Für sie muss der Wiederaufbau der sozialen Verhältnisse in einer post-neoliberalen Ordnung (zu der auch kleine und mittlere Unternehmen zählen) begonnen werden, sobald die Staatsapparate erobert worden sind und ausgehend von diesen."


...und alte probleme

 "Noch etwas fällt in der Zusammensetzung des Bürger_innenrats von Podemos auf: dass Arbeitende aus den Bereichen Reinigung, Bau, Hotelerie, Industrie etc. fast vollständig fehlen. Ein Bürger_innenrat, der sich ausschließlich aus Soziolog_innen zusammensetzt, ist nicht sehr repräsentativ für die Einheitsfront (unidad popular), die wir anstreben. Hier zeigt sich ein tiefer gehendes Problem. Was die Partizipation und politische Umsetzung betrifft, bewegen wir uns weiterhin im Rahmen einer „elitären Linken“, wodurch wir vom Ziel jeglichen emanzipatorischen Projekts weit entfernt sind: dass nämlich diejenigen, die die Gesellschaft am Laufen halten, sich selbst regieren."


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image: kimiko yoshida