2015/05/22

fear. furcht. paura. miedo.

"Furcht setzt nicht nur das Denken, sondern auch alle anderen Gefühle außer Kraft. Wie Evolutionsbiologen zeigen, ist Furcht die Emotion des puren Überlebens. Sie hat uns geholfen, die Flucht zu ergreifen oder zu kämpfen. Furcht erobert die Seele und tilgt alle anderen emotionalen Reaktionen."

FURCHT UND DEMOKRATIE IM 21. JH. 
Eva Illouz, 2015.

gegen einen liberalen politikbegriff, in dem eine illusorische abwesenheit von emotion als ideal der politik gilt und das geschäft mit der furcht nur umso leichter früchte trägt.

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2015/05/11

…or haven’t you thought much about this?

ttip, das freihandelsabkommen zwischen eu und usa, ist in gewisser weise das konkurrenzunternehmen zu ttp, einem ebenfalls zur zeit in verhandlung befindlichen freihandelsvertrag zwischen den usa und verschiedenen pazifischen staaten, das wie sein transatlantischer bruder die betroffenen gesellschaften massiv beeinflussen würde. die amerikanische regierung ist sich, wie die europäischen regierungen auch, im falle von ttip wie von ttp sicher, in die richtige richtung zu gehen.
froh kann sie diesbezüglich sein, dass die bevölkerung mehrheitlich keinen blassen schimmer davon hat, worum es geht. ich meine damit nicht, dass sie nicht meine sorgen teilt oder eine andere meinung dazu hat als ich. ich meine wortwörtlich: sie hat im allgemeinen  k e i n e  meinung dazu. wirtschaftsthemen sind einfach unendlich langweilig, kann das sein?

das ist, sagen wir mal, suboptimal.


aus einem artikel in der washington post vom 11.5.15.:
(link siehe unter dem zitat)

"Most Americans — have remarkably vague views on the question of free trade. This is shown by a cleverly worded question on the American National Election Study survey conducted just after the 2012 presidential election. Respondents were presented with the standard arguments for and against limiting foreign imports to the United States: “Some people have suggested placing new limits on foreign imports in order to protect American jobs. Others say that such limits would raise consumer prices and hurt American exports.” They were then asked if they favored or opposed limits on imports, and the question was appended with an option that we probably see too infrequently in political surveys: “…or haven’t you thought much about this?”


mr. patrick j. egan, please

2015/04/09

yeah, you came a long way from there, but i did, too...



you wanna be blown away?











della reese - you came a long way from st. louis (1962)




della reese came right out of the motor city of the 1930s. maybe that's where the steam comes from that you feel while listening to ms. reese and her orchestra. black bottom, detroit. her father a steel worker, her mother a cook of cherokee descendence.


image: i'm not sure if the picture above is by kirill kuletski. somehow i lost the information aoout the author. i'm sorry for that. every information is appreciated.


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2015/02/28

prolophobie en france...




Prolophobie. Die Furcht vor denen da unten

(link auf: le monde, deutsche ausgabe. 13.2.15)



"Die heutige Situation von Juden und Muslimen (in Frankreich) erinnert in mancher Hinsicht an die der Russen und Armenier zwischen den Weltkriegen. Die meisten (Russen) arbeiteten zwar in der (französischen) Autoindustrie oder fuhren Taxi. Doch es wanderte auch eine Französisch sprechende Elite ein: Russische Künstler, Journalisten, Verleger und Schriftsteller waren in den 1920er Jahren so gut ins Pariser Kulturleben integriert, dass sie geradezu eine "russische Mode" auslösten. Davon profitierten damals alle in Frankreich lebenden Russen. Sie genossen eine wesentlich freundlichere Behandlung als etwa die Armenier, die nach 1915 vor den mörderischen Verfolgungen im Osmanischen Reich nach Frankreich geflüchtet waren. Die meisten von ihnen schlugen sich als Hilfsarbeiter durch, und obwohl sie nicht sehr zahlreich waren - 1931 lebten 17 000 Armenier in Frankreich -, wurden sie auf Anhieb für "nicht assimilierbar" erklärt." 


"Im Juli 1981 kam es in Vénissieux, einem Vorort von Lyon, zu größeren Zusammenstößen zwischen Jugendlichen und der Polizei. Das hatte es zwar auch schon 1976 und 1979 gegeben, aber da waren solche Vorkommnisse noch in der Lokalpresse unter der Rubrik "Verschiedenes" gelandet. Nun aber war die Rechte in der Opposition und instrumentalisierte das Ereignis für eine Kampagne gegen die neue sozialistische Regierung, die damals gerade 100 000 illegale Einwanderer legalisiert hatte. Die Rechte reduzierte die Straßenkämpfe auf "das Einwandererproblem". Andere mögliche Ursachen - das soziale Elend in den Banlieues oder die damals schon zunehmende Jugendarbeitslosigkeit - wurden ausgeblendet."


"Egal was man macht oder sagt, der Beur von Saint-Denis wird sich immer seinen Brüdern näher fühlen, die auf den Straßen von Algier oder Tunis auf Frankreich spucken", schrieb Le Figaro Magazine am 25. Januar 1991. Woraufhin sich die Einwandererkinder nun erst recht zu ihrer stigmatisierten Herkunft und Religion bekannten. Nach Meinung der Soziologen Stéphane Beaud und Olivier Masclet spielte der Golfkrieg "eine wichtige Rolle bei der Entstehung eines mehr ,rassischen' als sozialen Bewusstseins bei den Kindern maghrebinischer Einwanderer. Gerade wenn sie selbst durch verschiedenste Ausgrenzungserfahrungen geprägt wurden, sind sie mehr als andere geneigt, die Gesellschaft in Gegensätzen wahrzunehmen: sie/wir, Weiße/Araber, Franzosen/Einwanderer, Reiche/Arme und so weiter."



"Wenn Schwarze und Araber diskriminiert werden, hat das vielleicht nicht nur mit ihrer Hautfarbe, sondern auch mit ihrer Armut zu tun." 










2015/02/18

was passiert?





Jean-Paul Sartre and Simone de Beauvoir, La Coupole, Boulevard du Montparnasse, Paris, 1973


via berfrois

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